Verkleidungen mit Mundschutz sind in dieser Session sehr angesagt. Keine Frage, dass sich der Karnevalist an sich von wild gewordenen Grippeviren nicht abhalten lässt, die 5. Jahreszeit zu eröffnen. Ich war im Herzen aller jecken Geschehnisse und gab mir größte Mühe das Motto erfolgreich umzusetzen. Es zeigte sich, dass andere dieses Unterfangen jedoch erfolgreicher managten als ich.

Auf dem Weg zum Heumarkt bestätigte sich, dass Köln eben doch der einzige Hotspot des Karnevals ist. In einer kleinen Nebenstraße in Deutz blickte ich in eine unscheinbare Kneipe, in der schon um kurz nach 10 Uhr Kostümierte ganz engagiert sangen, tranken und lachten. Das war Motivation für mich, auch bei leichten Nieselregen auf dem Heumarkt zu stehen.

Die Stimmung vor der Bühne auf dem Heumarkt erreichte erst ab 11 Uhr 11 wirkliches Karnevalsniveau. Da ertrugen dann Ampelmännchen, Clown und Co. auch spielend die alternde Mottoqueen Nikuta sowie die Huldigungen des neuen und des alten Bürgermeisters von Köln. Nach dem Auftritt der Föös begann für mich in regelmäßigen Abständen die unendliche Suche nach geeigneten Örtlichkeiten. Unfair, eklig und absurd zugleich war die eingerichtete Pinkelwand für Männer.

Gegen 15 Uhr enterten wir den Waschsalon. Zu dieser Zeit war das Verhältnis von Menschen zu Sauerstoff noch angenehm. Tanz und Trunk ergänzten sich ganz wunderbar. Bei detaillierter Beobachtung des Publikums fiel auf, wie außergewöhnlich das Motto umgesetzt werden kann. Zwei Mädels und ein Zorro tauschten untereinander, miteinander und nacheinander diverse Bützjer aus. Wohin diese Strategie die drei am Ende des Abends geführt hat, übersteigt jedoch meinen karnevalistischen Verstand.

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