Sicher, Düsseldorf strotzt derzeit nicht vor Schönheit, wenn man auf all die Baustellen, Reste abgerissener Häuser oder Rohrleitungen über den Straßen schaut. Das Stadtbild ähnelt augenblicklich eher einem pubertierenden Kind mit Akne. Vielleicht bleibt der ein oder andere Krater zurück. Mit etwas Geschick und kosmetischen Eingriffen jedoch, entwickelt sich daraus eine gestärkte, junge Persönlichkeit.

Verliert man etwas Wertvolles und geliebtes, schmerzt das sehr. Ist der Verlust selbst verschuldet, schmerzt das quälend. Zusätzlich möchte man sich dafür, in den meisten Fällen, mehrfach in den Hintern treten. Diese Woche hat es der Konsumgott gut mit mir gemeint und mein Hintern blieb verschont. Ich war umso glücklicher, als ich meinen verloren geglaubten MP3 Player in einer Seitentasche wiederfand. Es ist eben etwas ganz besonderes, darf man das geliebte Stück wieder in Händen halten.

Genau so werde ich mich fühlen, wenn Düsseldorf endlich wieder so aussieht, wie ich es kennen gelernt habe. Wenn es mich charmant anstrahlt, mir aus einer Seitenstraße zuzwinkert und verführerisch duftet. Dieser Tage zieht nicht nur der Geruch der Neusser Ölmühlen über die Stadt. Nein, es riecht auch gerne mal aus den U-Bahn Schächten der zukünftigen Wehrhahn-Linie. Das ist alles andere als verführerisch. Einzig die Weihnachtsmärkte und die Eisfläche vor dem Schauspielhaus können dieses Jahr noch Atmosphäre versprühen.

Als ich am Sonntag nach dem Tatort Schauen im Goldenen Einhorn per Straßenbahn durch die Kasernenstraße fuhr, war ich schockiert. Weiter in Richtung Bilker S-Bahnhof verstört mich das Bild zunehmend. Der komplette Straßenzug wirkt wie ein Schlachtfeld und kein Stein steht mehr auf dem anderen. Wie dem auch sei, gibt es nach 7 bitteren Jahren hoffentlich ein Wiedersehen mit meinem Stadtidyll. Vielleicht mit etwas Geschick und kosmetischen Eingriffen, erstrahlt Düsseldorf in 2014 schöner als zuvor.