Der Baustellen Wahnsinn ließ mich an diesem Wochenende mehr zu Fuß gehen, als geplant. Der Besuch in einem weiteren Restaurant Klassiker Düsseldorfs erfüllte alle, und die Ausstellung im Kunst Palast übertraf meine Erwartungen in voller Farbgewalt. Nebenbei trainierte ich mir damit auch meine Aversion zu nass grauem Wetter ab. Ab Donnerstag will ich mir schließlich davon nicht meinen England Urlaub zermürben lassen.

Am Samstag hatte ich das Glück, in das Restaurant Tußmann eingeladen zu werden. Eine Freundin, mit der ich das Arbeitsleben im selben Bürogebäude und so manche Mittagspause teile, feierte in ihren Geburtstag rein. An dieser Stelle noch mal meine besten Wünsche. Vom Tußmann hatte ich schon oft gehört und konnte an diesem Abend nachvollziehen, warum es in aller Munde ist. Das Ambiente im Innenraum wirkt festlich, fast edel. Der Service ist ebenso wie das Essen erste Sahne.

Anschließend bekamen meine Pumps und ich zu spüren, dass die Bahnen zwischen Graf-Adolf und Kirchplatz nicht so fahren, wie sie sollten. Ich musste ein gutes Stück im Regen laufen. Das Petrol meiner Pumps färbte sich in ein Grau-Blau und meine Gesichtsfarbe in Feuerrot. „Gewöhn Dich lieber dran und nimm Imprägnier-Spray!“, dachte ich, denn ich habe nicht vor in Gummistiefeln durch das Britpop Land zu laufen.

Den lauen Sonntag wollte ich nutzen, um ganz in Ruhe die Ausstellung im Museum Kunst Palast von Kirkeby und Wolf anzuschauen. Ich hatte gehofft, dass an diesem Tag alle Kunstfans nach Wuppertal pilgern, um die Monet Werke zu sehen. Da lag ich wohl ziemlich daneben. Das Museum war voll von Ü-60ern (die Rabatt bekommen), Familien mit Kindern unter 6 Jahren (Rabatt!) und zwei Gruppen, die eine Führung erhielten.

Letztlich brauchte es aber nicht viel Ruhe, um die übergroßen, bunten Bilder zu betrachten. Neben dem Stadtbekannten Bild „Flugten til Aegypten“ fand ich viele andere Werke beeindruckend und war überrascht von den poppigen Collagen. Caspar Wolf dagegen scheint ja eher so der Mann für haargenaue Landschaftsbilder gewesen zu sein. Erstaunlich, dass er genau 300 Jahre vor meiner Geburt das Schloss Benrath und die „Skyline“ von Düsseldorf zeichnete. Die Ausstellung ist jedenfalls den Kombipreis von 10 Euro wert und genau das Richtige gegen Grau in Grau Stimmung.