Der Mittwochabend ist dafür bekannt, dass sich das Düsseldorfer Volk nach getaner Arbeit auf der Ratinger Straße versammelt. Wie sich heute herausstellte findet dieses Schauspiel selbst bei Frisur vernichtendem Herbstwetter statt. Auf Zuruf von Fräulein X habe ich mich nach langer Abstinenz mal wieder dazu gesellt. Treffpunkt war das Llustwandel.

Llustwandel. Eine Bar, die lange schon sein Stammpublikum anzieht. Ich frage mich nur langsam, wohin die Lust eigentlich wandelt. Auf die launchige Sitzgruppe im Untergeschoss? Nein, dort habe ich sie nicht gefunden. Wie und wohin wandelt die Lust also? Habe ich einen Trend verpennt?

An diesem Abend wandelte jedenfalls das Erstsemester der FH Düsseldorf hinein. Mit ihm ein Altersdurchschnitt, der weit unter dem meiner persönlichen Zielgruppe liegt. Was ich hier wollte? Das Fräulein X treffen. Eine Frau, für die es sich immer lohnt zu warten. Die CDU verteilte Kondome und Gummibärchen unter das Volk. Fruchtig safe zum Wahlsieg? Ich weiß nicht, ob das die Jungwähler wirklich motiviert.

Weniger motivierend waren die Prognosen, die ich an diesem Abend erhielt. Gut, mein Singledasein feiert in naher Zukunft runden Geburtstag. Das scheint Anlass zu sein, sich um mich zu sorgen. Zumindest der Freund einer Freundin, ein gerade erst kennen gelernter Jüngling und ein naher Bekannter scheinen die Lösung zu haben. Sie tragen es auf der Zunge, wer für mich „was ist“ oder auch nichts für mich ist. Spart Euch das Stirnrunzeln. Der Kölner FC besiegt diesem Abend Meister Wolfsburg und so gilt auch für mich: Nix bliev wie et wor.