Kathrin Konze, Live aus Düsseldorf
Obwohl man es besser weiß, gibt man die Hoffnung nicht auf. Manchmal stellt es sich als sinnvoll heraus, manchmal jedoch als idiotisch. Der Samstag Abend in der Düsseldorfer Altstadt ist im Grunde ein hoffnungsloser Fall, wenn man keine genauen Vorstellungen hat, in welchem Laden man die Nacht verbringen möchte.
Ein Einstieg in den Abend auf der Ratinger Straße ist bei sommerlichen Temperaturen immer eine gute Idee. Das streng frisierte Fräulein X, Miss JSP und eine zugereiste Fränkin standen mit mir gegen 22 Uhr auf dem holprigen Kopfsteinpflaster. Wir flanierten eine Runde die Straße auf und ab, um zu entscheiden welche Kneipe das hübscheste Publikum bietet.
Irgendwann kribbelte die Tanzlaune wie Brause in unseren Hüften. Es war Zeit einen geeigneten Floor zu finden. Im neuen Schlösser Alt wird der DJ bei seiner Arbeit gefilmt und für drei oder vier Songs konnte er die Schickeria auch zum Tanzen animieren. Zu diesem Zeitpunkt waren wir überzeugt, noch eine bessere Location finden zu können und zogen weiter.
Es folgte ein Abklappern tanzbarer Lokale im Frisur zerstörenden Fisselregen. Das Rosenrot sah schon von außen ziemlich vereinsamt aus, deshalb sparten wir uns die 3 Euro Eintritt plus 2 Euro Mindestverzehr. Im Llustwandel tanzte ein zu junges Publikum zu technoesken Beats. Die Anaconda Bar sah zwar gut gefüllt aus, doch auch hier reizten uns die Klänge nicht. Im Q-Stall war es seltsam leer und als ich den Kopf durchs Fenster nach innen steckte, vermisste ich den typischen Spaß-Rock-Sound.
Vor dem Peaches & Cream versuchten uns die verzweifelten Türsteher zu ihrer „Wir sagen Goodbye“-Party zu überreden. Auf die Frage, wie voll es denn sei, antwortete die Animierdame „Es ist angenehm. Man kann gut tanzen und auch sitzen und so.“. Angenehm sitzen? Weiter gehen! Vor dem Jase war uns die Schlange zu lang.
Und so kam es wie es kommen musste. Wir hätten es ahnen können. Der Keim aller Junggesellenabschiede, die Heimat des schlechten Geschmacks. Die Bolker Straße. Wir bummelten eine Runde durch die neue Hausbar, in der man den Champagner direkt im Kübel an den Tisch bestellt. Unsere Ansprüche waren gesunken, unsere Kehlen trocken und unsere Hüften gelangweilt.
Wir landeten im vollen Kuhstall, in dem das große Bier unverschämte 4 Euro 30 kostet. Dafür gab es eine Menge unhübsche Männer, einen unfreundlichen DJ und eine Türlose Damentoilette. Aber hey, für manche unter uns ist Las Vegas die Stadt der Liebe. Warum soll man dann nicht auch glauben dürfen, dass es ok ist, drei Stunden in einer „Assi Kneipe“ zu feiern und zu tanzen?!
Ursprünglich als Reiseblog gedacht, blogt Kathrin nun aus Ihrer Wahlheimat Düsseldorf.Geprägt von Ihrer Zeit in Neuseeland erlebt sie als junge Stadtpflanze allerhand bunte Geschichten im Rheinland. Lest selbst, gebt Kommentare und Anregungen ab. Vielleicht trefft Ihr sie bald mal im Düsseldorfer Nachtleben, am Rhein oder auf Skates.