Kathrin Konze, Live aus Düsseldorf
Es war sonnig, warm und schwitzig. Es war sportlich, spannend und dramatisch. Beim CHIO in Aachen dabei zu sein ist für Reiter und Zuschauer etwas ganz besonderes. Die aktuelle Dopingdebatte wurde aus- und das Rauschen der Reiterszene eingeblendet. Dressur, Springen und Fahren von der Tribüne, den Blick hinter die Kulissen vom Mittagstisch. Der Souvenirkauf gehört zu einem solchen Event, wie das Geschwätz und die Ratschläge des Publikums.
Ein falscher Tritt und schon raunt ein „Ooouh!“ durch das Dressurstadion in der Aachener Soers. Ich saß mit meiner Ma ab dem frühen Vormittag in Reihe sieben und damit genau eine Reihe unter einer Truppe schlauer Amerikaner. Für mich waren ihre vermeintlich fachkundigen Kommentare weniger hilfreich, sondern vielmehr eine gratis Englischstunde.
Auf den beiden Abreiteplätzen sieht man die Vorbild-Dressur- und Springreiter ganz locker ohne Kappe und im ach so angesagten Polo Shirt in der Vorbereitung auf die Wettkämpfe. Dabei grüßte uns Ludger Beerbaum ganz freundlich zu, als wir mittags im Esszelt saßen. Netter Mann, nur leider vergeben und an diesem Tag wenig erfolgreich. Heike Kemmer dagegen besticht beim Abreiten durch ihre sportliche Sonnenbrille. Die Frau kann es sich erlauben, denn sie gewann das heutige Preisgeld bei der Dressur.
Zwischen den beiden Reitstadien gibt es ein ganzes Mekka für die Konsumlust der Reiter. Neben Reiter- und Pferdeausstattung gibt es allerhand Pipapo. Kunst, FlipFlops, Massage-Stühle, Modelabels und Thomas Sabo Schmuck. Das Publikum mischt sich von sportlich, über lässig bis hin zur wahren High Society in Pumps und Cocktailkleid.
Die Stimmung während den Wettkämpfen in Aachen ist traditionell ganz besonders. Die Reiter werden klatschend begrüßt und verabschiedet. Nicht irgendwie, sondern je nachdem an welcher Tribüne das Paar vorbei reitet. Bei der Dressur war das Publikum spürbar schockiert, als die arme Ulla Salzgeber von ihrem lahmenden Pferd steigen musste. Beim Springen gab es dagegen Szenenapplaus, anfeuernde Rufe und Pfiffe für den Sieger Markus Ehning.
Glückwunsch an alle Sieger und den Veranstalter. Sicher ist: Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Darum werde ich mir den Termin für 2010 bald raussuchen und zwei Urlaubstage dafür einplanen. Aber eine Bitte habe ich: Nehmen sie die Auto-Aufkleber mit ihrem schicken Logo wieder in das Merchandising Sortiment. Den brauche ich für mein neues Auto im nächsten Jahr!
Ursprünglich als Reiseblog gedacht, blogt Kathrin nun aus Ihrer Wahlheimat Düsseldorf.Geprägt von Ihrer Zeit in Neuseeland erlebt sie als junge Stadtpflanze allerhand bunte Geschichten im Rheinland. Lest selbst, gebt Kommentare und Anregungen ab. Vielleicht trefft Ihr sie bald mal im Düsseldorfer Nachtleben, am Rhein oder auf Skates.