Gestern hatte ich ziemliches Pech mit dem Wetter und mein Heliflug wurde gecancelt. Da ich einen Tag länger, als die anderen hier gebucht habe, konnte ich mich also heute für eine Aktivität entscheiden. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, den Gletscher wieder nicht zu sehen. Die sichere Variante: Die Full Day Wanderung. Mit meinem roten Rucksack und mit meiner Erkältung.

Gestern habe ich mich also nicht der Freiheit über den Wolken gewidmet. Statt dessen waren so spannenden Sachen wie Wäsche waschen und Medizin kaufen angesagt. Heute Morgen hat mir die Sonne dann ziemlich zickig um die Nase gekitzelt und im Ohr hatte ich den Sound des ersten Heliflugs an diesem Tag. Brachte aber alles nichts, ich war ja nun für die Wanderung angemeldet. Die ein oder andere weiß, was ich für ein Fan von langen Fußwegen bin.

Erst wurden wir eingekleidet mit Regenjacke- und Hose, mit Schuhen, Spikes, Mütze und Handschuhen. Mein Vaude Rucksack hat mit seinem orangenen Regenjäckchen eine prima Figur im Eis gemacht. Vom Parkplatz ging es schon direkt mal über Stock und Stein, bzw. mitten durch kleine Flussläufe. An der base vom Gletscher angekommen, wurde uns dann klar gemacht, dass es bis zum Eis alleine schon 2 KM sind. Prima. Das besondere am Franz Josef Gletscher ist, dass er im Regenwald mündet.

Es ging hinauf über viel Geröll und Steine bis zu einer kleinen Eisplattform. Dort haben wir uns alle die Spikes unter die Schuhe gezogen. Prima, meine Beine kommen mir 10 Kilo schwerer vor. Ich kann gar nicht alles beschreiben, aber ich habe oft nur mit dem Kopf geschüttelt und gedacht: „Wie, sollen wir da jetzt echt lang laufen?“ Meist wären es nur 20cm gewesen und mein Fuß wäre in einer Eisspalte, einem Wasserloch oder den Abgrund runter. Mitten durch verflixt enge, riesige Eisspalten. Der Gipfel war für uns ein kleines Eisloch, durch das wir hoch gekrabbelt sind.

Motivieren waren der Helikoptersound dabei natürlich nicht. Aber ich bin erstaunt, wie hoch ich steigen kann. So mancher Umzug war dagegen echt das Teletabbiland. Es war eine interessante Sache, mal so über einen Gletscher zu steigen, aber ein Wanderfreund werde ich sicher nicht.