Das Arbeiten am Waitangi Tag war mal wieder eine nette Abwechslung und ein toller Einblick zugleich. Der Prime Minister hat dabei seine Rolle trotz Gipsarm charmant professionell übernommen. Für mich stand noch die Kündigung bei Esprit auf dem Programm. Der Kinofilm am Samstag war zwar kein Stimmungsaufheller, dafür durchaus sehenswert. Leonardo und Kate haben ihre Titanic-Romantik abgeworfen und dafür den Aufbruch in Zeiten der 50er gewagt.

Der Auftritt in Rock und Strumpfhose war nur halb so wild, aber doppelt so warm wie befürchtet. Die Gartenparty am Waitangi Tag hat in der Form wahrscheinlich schon stattgefunden, als die Queen noch ein Kind war. Bischöfe, Generäle, Damen mit Hut, afrikanische Hoheiten und indische Schönheiten tummeln sich auf dem Rasen. Zwischen den Zelten spielt das Militärcorps „Moonriver“ und die Dienstmädchen reichen Häppchen aus der Küche. In Jeans und Turnschuhen hätte ich dort wirklich nicht arbeiten können.

Der Prime Minister hat eine kurze Rede gehalten, ein Gebet wurde gesprochen und die Nationalhyme gesungen. Das war schon alles im Programm. Statt der versprochenen TV Kameras gab es nur Fotografen und alles lief ganz locker. Mein Supervisor, der Brasilianer Christiano, hätte auch in einem italienischen Liebesdrama mitspielen können und meine Kolleginnen kamen mal wieder aus der ganzen Welt.

Meinen Job bei Esprit musste ich leider heute kündigen. Die Zeit hier rieselt, ebenso wie meine Rücklagen, schnell durch die Hände. Da ich als Aushilfskraft eingestellt wurde, bekomme ich nur Stunden zugeteilt, wenn Not am Mann ist. Ähnlich wie in Deutschland laufen auch hier die Geschäfte nicht rosig. Darum habe ich mich entschieden, meine Reise durch das Land nächste Woche zu beginnen und den Job zu kündigen.

Nach einem heiß-sonnigen Tag, habe ich am Nachmittag das Feiertagsangebot des gekühlten Kinos angenommen. Alle Filme werden an diesem Wochenende für je 10 Dollar gezeigt. Also nix wie rein in die „Revolutionary Road“ („Zeiten des Aufbruchs“ auf Deutsch). Die Leistung von Kate und Leonardo mag streitbar sein, aber die Geschichte des Films fand ich erschreckend realistisch. Die Probleme von Paaren scheinen sich damals wie heute doch sehr zu ähneln, was wirklich nachdenklich stimmt. Charmant fand ich die Darstellung der 50er Jahre mit Liveband in der Kneipe und dem Genuss von Martini als eleganten Drink am Abend.