Seit gestern habe ich über 600 Kilometer zurückgelegt, um tolle Kauribäume zu bestaunen, meine Autofahrer-Skils zu pushen, mit Motown zu punkten und um zu bewundern, wie zwei Ozeane aufeinandertreffen. Doch auf diese Aussicht hatte ich mich umsonst gefreut. Wie viele Jecken zur Zeit im Kölner Karneval, hatte ich einen ziemlich vernebelten Blick.
19.2.: Mein Start an Karneval in den Norden

Noch bevor die Jecken in Köln das erste Kölsch gehoben haben, bin ich zu meiner Tour in den Norden gestartet. Eine erste kurze Pause gab es in Dargaville. Hier ist wirklich mehr als nur der Hund begraben. Die übliche Muffin+Cappuccino Probe hat leider auch nicht überzeugt. Vor allem wegen der Zimtklumpen on top of my coffy! Den örtlichen Handyempfang habe ich genutzt, um mein Bett im Backpacker zu reservieren. Nach vielen Kurven und einigen Gesangsstunden im Auto kam ich endlich im Waipoua Forest an. Die typische Waldluft flutet sich direkt in meine Lungen. Dass es nieselt und stürmt, ist im dichten Grün schnell vergessen. Dieser Wald ist lebendig. Ich könnte Stunden hier verbringen, aber der Parkplatz ist nur bis 17 Uhr bewacht. Ich verabschiede mich von Kauris, Moosen und Vögeln und fliege beseelt zu meinem Backpacker in Omapere. Hier treffe ich auf Nigel, en Gitarrenlehrer aus England. Alison aus Atlanta, die meine rote Nase bald auf Facebook verlinken will. 2 Holländerinen und ein Mädchen aus Deutschland. Der Abend endet damit, dass 2 anwesende Mitt-Vierziger-Damen auf meine Motown CD tanzen.

20.2.: Dem Wetter zum Trotz geht es in die Spitze

Lasst es mich so sagen: Das ADAC Sicherheitstraining ist Kindergarten im Vergleich zu dem, was ich heute alles fahren musste. Die Eifeler Serpentinen? Vorschule! Auf eine Fähre und wieder runter. Dann 90 Grad Rechtskurve, schalten, bremsen, 180 Grad nach links, Gas geben, sonst rutsche ich. Den Milch-Truck im Nacken, den riesigen Holzlaster auf der anderen Spur! Schlingern und hoffen im 30cm tiefen Matsch. Ohne Allrad! Ziemlich fertig komme ich am nördlichsten Punkt, Cape Reinga an. Hier treffen Tasman Sea und Pacifischer Ozean aufeinander. Nur blöd, dass ich in diesem Nebel keine 100 Meter weit sehen kann! Ziemlich gefrustet lasse ich mich vor dem Leuchtturm knipsen, hole mir eine Caprisonne aus dem Kofferraum und kurve zurück. Zur Entspannung schiebe ich meine Geheimwaffe in den CD Player und fahre nach Kawakawa. Hier hat Hundertwasser eine öffentliche Toilette gestaltet. Wir Europäer sind wohl die einzigen, die Fotos davon machen. Heute schlafe ich in der Saltwater Lodge in Paihia. Oder sagen wir: Ich versuche ich, denn das Publikum ist im Gegensatz zu mir in bester Partylaune. Morgen will ich eine Tour mit dem Boot machen. Ich hoffe Petrus hält dicht und ich bekomme ich paar Sonnenstrahlen ab.

Fotos, Bericht und Video folgen wie immer asap.