Kathrin Konze, Live aus Düsseldorf
Der letzte Tag meines kleinen Ausflug war quasi die Queen of Sahnehäubchen für mich. Abgesehen von der Nacht in Paihia war meine Bootstour durch die Bay of Islands wirklich jeden Dollar wert. Sonne, türkis-blaues Meer, Wind um die Nase und frei lebende Orkas vor der Linse. Die Spitze Neuseelands hat mich echt überzeugt und ist wirklich zu empfehlen.Die Nacht im Backpacker? Ich bin nicht sicher, ob jeder weiß, dass meine Toleranz gegenüber Schnarchern in der Nacht gleich null ist. Ich teilte das Zimmer mit drei Kerlen. Einen jungen Marketeer von AC Nielsen hatte das Brainstorming seiner Firma nach Paihia gebracht. Als er um fünf Uhr nachts mit einem Mädchen in das Zimmer taperte, fand ich ihn nur noch halb so nett. Mit seinem lauten, rhythmischen Schnarchen hatte er dann jegliche Sympathie verloren. Seine hübsche Eroberung lächelte mich nur entschuldigend an. Ich hätte ihr zu gerne eine Handlungsanweisung gegeben, entschied mich aber das junge Glück nicht zu stören.
Um neun Uhr am nächsten Morgen betrat ich das gelbe Boot von Explore NZ, um die Bay of Islands zu entdecken. Nach kurzer Fahrt wurde uns erklärt, dass wir das seltene Glück haben, Orkas zu sehen. Und tatsächlich konnte man in der Ferne eine schwarze Flosse erkennen. Langsam und vorsichtig fuhren wir näher ran. Da war Free Willy mit Familie: Ein junges Männchen, eine Mutter mit Kind. Tauchten auf, pusteten Luft hoch und tauchten wieder ab. Ihre weißen Flecken waren neben unserem Boot zu erkennen. Wahsinn, dachte ich, die schwimmen hier frei rum und fressen Haie zum Frühstück! Dagegen war dann das Hole in the Rock und der kurze Besuch einer der Inseln mit paradiesischem Blick nur noch halb so beeindruckend. In Russel bin ich dann von Bord. Das Örtchen ist im Grunde wie Bonn, nur kleiner und am Meer statt am Rhein.
Auf dem Weg zurück nach Auckland fuhr ich noch eine kurze Schleife über Kerikeri. Hier gibt es ein steinaltes Lagerhaus, in dem jetzt Andenken verkauft werden. Ich fragte mich, ob sich meine Lieben wirklich über ein Küchenhandtuch oder Topflappen freuen würden. Abfahrt in Richtung Süden mit kurzer Pause in Whangarei. In der „Ozone Espresso Bar“ packe ich mir ein tolles Himbeer-weiße-Schokolade Muffin ins Auto und einen leckeren Cappuccino in den Thermobecher, bevor es weiter nach Hause geht. Die Spitze der Nordinsel ist wirklich toll und ich kann mir gut vorstellen, hierher für einen längeren Urlaub zurück zu kommen.
Ursprünglich als Reiseblog gedacht, blogt Kathrin nun aus Ihrer Wahlheimat Düsseldorf.Geprägt von Ihrer Zeit in Neuseeland erlebt sie als junge Stadtpflanze allerhand bunte Geschichten im Rheinland. Lest selbst, gebt Kommentare und Anregungen ab. Vielleicht trefft Ihr sie bald mal im Düsseldorfer Nachtleben, am Rhein oder auf Skates.