Mein erster kleiner Roadtrip führte Katharina und mich von Auckland über Mokau in die Region des Taranaki. In Stratford landeten wir in unserem ersten außergewöhnlichen Backpacker und hatten Glück noch einen klaren Blick auf den Berg zu erhaschen. Der nächste Tag brachte uns Sturm, Regen, Schotterpisten und Aquaplaning. Im Surferparadies Raglan schliefen wir in Bahnwaggons und hatten in der Nacht einen Falschfarer.

11.2.: Raus aus Auckland, rein in die Pampa

Am Mittwoch Morgen habe ich Katharina am Sky Tower abgeholt und ihren 60+20 Liter Rucksack in meinen schwarzen Flitzer geladen. Erstes Ziel: Hamilton. Sehr zu empfehlen ist „Scotts Epicurean“ auf der Victoria Street. Hier gibt es tollen Cappuccino und so Kunstwerke wie ein Bananen-Mandel-Nutella Muffin. Serviert mit Joughurt und Himbeersauce jede Kalorie wert! Weiter auf der Autobahn 3 Richtung Küste, nach Mokau. Die Autobahnen sind hier meist wie Landstraßen und man sollte nicht zu viel erwarten. Mokau ist schnell beschrieben: Ein Museum, eine Mini-Metzgerei, ein Backpacker und ein Cafe. Letzteres hat übrigens auch tolle Muffins, wie das Wild-Berry Muffin, das ich am schwarzen Strand des Örtchens verputzt habe. Dann ging es fluchs nach Stratford. Auf der Romeo Street wohnten füher die Krankenschwestern. Heute ist das Gebäude ein seltsam modrig-riechendes Backpacker mit genug Raum für jedermann. Die Gänge sind lang, die Teppiche aus den 50ern, die großen Badezimmer in himmelblau. Das letzte Tageslicht nutzten wir, um den Mount Taranaki zu bewundern und den Wassefall „Dawson Falls“ zu besuchen. Vor der Nachtruhe zocken Katharina und ich noch eine Runde Tischtennis im heruntergekommenen Billardzimmer. Ziel des Spiel: Den Ball auf der Platte halten, denn keiner mag den Teppich oder die Nikotin-gelben Vorhänge anfassen.

12.2.: Der Berg ist verschwunden, es regnet, die Fahrt geht weiter

Es regnet wie aus Kübeln und zwar den ganzen Tag. Den Mount Taranaki werden wir nicht wiedersehen, denn die Wolken hängen dicht und tief. Wir verlassen Stratford und fahren den „Surf Highway 45“ Richtung Hawera. Alles hier erinnert an eine Mischung aus Holland und Irland. Flaches Land, Kühe, Bauernhöfe, Regen. Wir halten in einigen kleinen Örtchen, um uns von der Milchwirtschaft und den tollen Stränden beeindrucken zu lassen. Das Wetter und das wenig verkaufstüchtige Personal mindern allerdings unsere Begeisterung. In New Plymouth schwingen wir uns in das medial hoch moderne Museum und anschließend in das Cafe „Matinee“. Nein, ich esse keinen Muffin, sondern ein Stück Gemüse Quiche. Wir fahren wieder Richtung Norden und wollen über die Schotterstraße, durch den Busch nach Raglan. Das klappt auch soweit gut. Durch den Regen wird der Schotter noch rutschiger, die Schlaglöcher noch spritziger und die Serpentinenkurven noch interessanter. Im Dunkeln erreichen wir das Solscape und bekommen Waggon Nummer 8 zugeteilt. Wir teilen uns unser Zugabteil mit einem Mädchen aus Australien, die schon seit Tagen nicht mehr surfen war. Mitten in der Nacht tapert ein Betrunkener herein und sucht Waggon Nummer 7. Herrlich, dieses Backpackerleben, man lernt soviele Leute kennen.

13.3.: Raglan, ein Städtchen zum liebhaben

Am nächsten Morgen schaue ich aus dem Fenster meine Zugabteils und sehe viele kleine Waggons auf der Wiese stehen, zwei Kaninchen hoppeln umher und im Hintergrund sieht man das Meer. In den Toiletten verwendet man hier recyceltes Wasser und der Müll in der gemeinsamen Küche wird penibel getrennt. Wir setzen unsere Mitbewohnerin im Zentrum des Surferortes ab und gönnen uns ein Frühstück im „Tongue & Groove“. Das Wetter ist halbwegs stabil und wir fahren zum Rangipu Beach. Ganz mutige Surfschüler lernen hier, wie man auf das Brett steigt. Katharina und ich albern auf dem schwarzen Strand herum. Danach geht es auch schon wieder Richtung Auckland. Zwar Pech mit dem Wetter, hatten wir trotzdem Spaß an der Westküste der Nordinsel.