Oder: Die zehn Stufen der Erschöpfung. Am Freitag durfte ich bei 2 Jobs insgesamt 12 Stunden arbeiten und 2.200 Leute bedienen.

Der Freitag Vormittag ging ganz flockig von der Hand. Mit jetzt eigenem „Rob´s Patisserie“ T-Shirt übte ich wieder Milchschaum zu schlagen, Schokocroissants und „Ginger Bread“ People zu verzieren.

Ab 4 Uhr nachmittags war ich dann (über eine Agentur) eingeteilt, als Kellnerin bei der Weihnachtsfeier der neuseeländischen telecom mitzuarbeiten. Die Feier versammelte 2.200 Angestellte auf zwei Etagen im SkyCity Konferenz-Zentrum.

Diesen Job kann ich folgendermaßen zusammenfassen:

Stufe 1: Alles frisch: Das Essen, die Deko, die Leute in ausgefallenen Kostümen.

Stufe 2: Wow, das Tablett ist schwer. Esst mal schneller, damit ich das Ding wieder los werde.

Stufe 3: Die Musik ist cool, aber warum zittert mein linker Arm so?

Stufe 4: Sehr gut, ´ne Liveband (Opshop). Die Leute rocken, aber Achtung: meine Füße zwicken irgendwie.

Stufe 5: Wir sollen nur noch Wasser verteilen und meine Arme krampfen auf einem 90 Grad Winkel fest.

Stufe 6: Pause, ich weiß nicht, ob sitzen jetzt eine gute Idee ist.

Stufe 7: Zurück im Raum beginne ich zu halluzinieren: Ich sehe meine ehemaligen Vorgesetzten im Scheichkostüm tanzen.

Stufe 8: Teller und Flaschen einsammeln, ein Mann knutscht mich auf die Wange, ein anderer fragt, ob ich aus Norwegen komme.

Stufe 9: Feierabend. Meine Hand führt zitternd die Zahnbürste zum Mund, meine Füße können kaum die FlipFlops halten.

Stufe 10 erlebte ich, als ich am nächsten Morgen aus dem Bett aufstehen wollte…