Kathrin Konze, Live aus Düsseldorf
Oder: Die zehn Stufen der Erschöpfung. Am Freitag durfte ich bei 2 Jobs insgesamt 12 Stunden arbeiten und 2.200 Leute bedienen.
Der Freitag Vormittag ging ganz flockig von der Hand. Mit jetzt eigenem „Rob´s Patisserie“ T-Shirt übte ich wieder Milchschaum zu schlagen, Schokocroissants und „Ginger Bread“ People zu verzieren.
Ab 4 Uhr nachmittags war ich dann (über eine Agentur) eingeteilt, als Kellnerin bei der Weihnachtsfeier der neuseeländischen telecom mitzuarbeiten. Die Feier versammelte 2.200 Angestellte auf zwei Etagen im SkyCity Konferenz-Zentrum.
Diesen Job kann ich folgendermaßen zusammenfassen:
Stufe 1: Alles frisch: Das Essen, die Deko, die Leute in ausgefallenen Kostümen.
Stufe 2: Wow, das Tablett ist schwer. Esst mal schneller, damit ich das Ding wieder los werde.
Stufe 3: Die Musik ist cool, aber warum zittert mein linker Arm so?
Stufe 4: Sehr gut, ´ne Liveband (Opshop). Die Leute rocken, aber Achtung: meine Füße zwicken irgendwie.
Stufe 5: Wir sollen nur noch Wasser verteilen und meine Arme krampfen auf einem 90 Grad Winkel fest.
Stufe 6: Pause, ich weiß nicht, ob sitzen jetzt eine gute Idee ist.
Stufe 7: Zurück im Raum beginne ich zu halluzinieren: Ich sehe meine ehemaligen Vorgesetzten im Scheichkostüm tanzen.
Stufe 8: Teller und Flaschen einsammeln, ein Mann knutscht mich auf die Wange, ein anderer fragt, ob ich aus Norwegen komme.
Stufe 9: Feierabend. Meine Hand führt zitternd die Zahnbürste zum Mund, meine Füße können kaum die FlipFlops halten.
Stufe 10 erlebte ich, als ich am nächsten Morgen aus dem Bett aufstehen wollte…
Ursprünglich als Reiseblog gedacht, blogt Kathrin nun aus Ihrer Wahlheimat Düsseldorf.Geprägt von Ihrer Zeit in Neuseeland erlebt sie als junge Stadtpflanze allerhand bunte Geschichten im Rheinland. Lest selbst, gebt Kommentare und Anregungen ab. Vielleicht trefft Ihr sie bald mal im Düsseldorfer Nachtleben, am Rhein oder auf Skates.